Rettet den Klosterwald

FN vom 14.01.2014

Windpark Frauental: Naturschutzrechtliche Ersatzmaßnahmen in Angriff genommen / Windpark Klosterwald: Anzeige gegen Regierungspräsidium bleibt folgenlos

Vorwürfe gegen das RP sind „haltlos“

 

Von unserem Redaktionsmitglied Arno Boas

 

 

Der Windpark Frauental mit seinen drei Anlagen (im Hintergrund) ist seit Ende 2005 in Betrieb. Jetzt erst wurden die erforderlichen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen in Angriff genommen, vor allem wurden Obstbäume gepflanzt.

© Boas

Frauental/Reinsbronn. Mehr als acht Jahre nach Inbetriebnahme der drei Windkraftanlagen bei Frauental sind jetzt die naturschutzrechtlichen Ersatzmaßnahmen begonnen worden. Unter anderem wurden im Bereich Frauental standortgerechte Obstbäume sowie ein Stück Wald gepflanzt. "Wir sind froh, dass dieses Thema damit geklärt werden konnte," sagte der Pressesprecher des Landratsamtes, Markus Moll, auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten.

 

Das Ganze drohte eine unendliche Geschichte zu werden. Eigentlich hätte der Erbauer des Windparks - die Firma Behlau Energie aus Salzkotten - diese Ausgleichsmaßnahmen vornehmen müssen. So war es vom Landratsamt bei der Erteilung der Baugenehmigung festgelegt worden. Doch dazu kam es nicht (wir berichteten), weil die Firma in Schwierigkeiten geriet. Mehrfache Mahnungen des Landratsamtes blieben folgenlos.

Inzwischen haben alle drei Windkraftanlagen neue Betreiber. Diese drei Gesellschaften seien auf das Landratsamt zugekommen und hätten verschiedene Vorschläge zur Umsetzung der erforderlichen naturschutzrechtlichen Ersatzmaßnahmen gemacht, so Markus Moll weiter. Dazu hätten persönliche Gespräche im Landratsamt stattgefunden, und man habe entsprechende Vereinbarungen getroffen.

 

Windpark wurde nie gebaut

Einer der damaligen Mitarbeiter der Firma Behlau, Mike Rico Trentzsch, sitzt momentan in Untersuchungshaft. Vor dem Landgericht Paderborn ist er angeklagt wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Die Anklage spricht von einem Schaden von rund 1,5 Millionen Euro zulasten von Anlegern, die in den geplanten Windpark Wittenweiler, einem Stadtteil von Blaufelden, investieren wollten.

Dieser Windpark wurde nie gebaut - über die Ursachen und Auswirkungen der Pleite wird momentan in Paderborn verhandelt. Trentzsch hatte sich mit seinem früheren Chef, Michael Behlau, tief zerstritten.

Indirekt hatte der Konflikt zwischen Behlau und Trentzsch wohl auch Einfluss auf den Windpark Frauental, unter anderem dahingehend, dass die Realisierung der Ausgleichsmaßnahmen sich so stark verzögerte.

Vorwurf "haltlos"

Ganz anderer Art sind derweil beim geplanten Windpark im Klosterwald die polizeilichen Ermittlungen gewesen. Dort hatte ein Jäger das Regierungspräsidium Stuttgart angezeigt (wir berichteten).

Der Vorwurf lautete auf Anstiftung zur Begehung einer Straftat - angeblich sei gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen worden. Die Polizei hatte daraufhin das Landratsamt als Untere Naturschutzbehörde um Prüfung des Sachverhalts gebeten. Das Regierungspräsidium hatte demnach den künftigen Betreibern der Windkraftanlagen vorgeschlagen, die Nistkästen im Herbst vor der Baufeldfreimachung zu verschließen.

Es wäre zwar äußerst unwahrscheinlich, aber dennoch nicht auszuschließen gewesen, dass die Nistkästen von Fledermäusen zur Überwinterung genutzt werden. Dann hätten keine Rodungsarbeiten stattfinden können.

Die im geplanten Baufeld befindlichen Nistkästen wurden daraufhin von einem durch die Betreiber beauftragten Biologen abgehängt und sollen später an neuer Stelle wieder angebracht werden.

Der Vorwurf einer Straftat ist aus Sicht des Umweltschutzamtes haltlos. "Vielmehr wurde mit dem vorübergehenden Abhängen der Nistkästen vermieden, dass ein möglicher Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz - die Rodung trotz Belegung der Nistkästen durch Fledermäuse - eintreten kann," betonte Pressesprecher Markus Moll.

Im Gang ist momentan das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren für die Errichtung und den Betrieb von zehn Windkraftanlagen im Bereich Klosterwald. Hierzu werden gegenwärtig vonseiten des Landratsamtes die entsprechenden fachtechnischen Stellungnahmen von den Fachbehörden und Trägern öffentlicher Belange eingeholt.

Thema im Gemeinderat

Der Gemeinderat der Stadt Creglingen befasst sich in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 28. Januar, Januar mit dem Bauantrag. Hier geht es darum, das "Einvernehmen" der Gemeinde herzustellen.

© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 14.01.2014                   
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