Rettet den Klosterwald

FN vom 20.01.2014

Windpark Klosterwald: Ortschaftsräte Reinsbronn und Frauental stimmten über das Projekt ab / Heute Beratung in Freudenbach

Bürger vor Schatten und Lärm schützen

 

Von unserem Redaktionsmitglied Arno Boas

 

 

Noch sind Windräder im Wald die Ausnahme. Im Klosterwald aber werden sie bald das Landschaftsbild prägen - so wie es bereits im unterfränkischen Helmstadt (Bild) der Fall ist. Noch im Februar sollen, sofern die Genehmigung bis dahin erfolgt, mit den Rodungen begonnen werden.

© Arno Boas

Reinsbronn/Frauental. Im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens zum Bau von zehn Windkraftanlagen im Klosterwald wurden im Lauf der letzten Woche auch die Ortschaftsräte aus den Creglinger Stadtteilen Reinsbronn und Frauental angehört. Am heutigen Montag ist der Ortschaftsrat Freudenbach mit dem Thema befasst.

 

Fünf der Windräder stehen auf Markung Frauental, drei auf Reinsbronner Gebiet und zwei auf Freudenbacher Grund.

Einen Tag nach der Bürgerversammlung in Reinsbronn (wir berichteten ausführlich) stand das umstrittene Thema "Windpark im Klosterwald" auf der Tagesordnung der Sitzung des Ortschaftsrates Reinsbronn.

 

Nach einer kontroversen Diskussion stimmte das Gremium dem Antrag bei zwei Gegenstimmen mehrheitlich zu. Wichtig war dem Gremium, dass die Bedenken der Anwohner in Bezug auf Lärmschutz und Schattenschlag berücksichtigt werden. Auch der Brandschutz müsse beachtet werden. So regte das Gremium den Bau eines Löschwasserbehälters im Klosterwald an, damit im Notfall ein durch ein brennendes Windrad verursachter Waldbrand schnell gelöscht werden könne.

Der Reinsbronner Ortschaftsrat sprach sich außerdem dafür aus, dass die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen in den Markungen erfolgen, die vom Windrad-Bau betroffen sind.

Eventuell solle ein Gremium gebildet werden, das gemeinsam mit Stadt und Umweltamt einen Maßnahmenkatalog erarbeite.

Der Frauentaler Ortschaftsrat beschäftigte sich einen Tag später ebenfalls kontrovers mit dem Windpark-Projekt. Die meisten der Windräder sind in Frauental zwischen 1200 und 1400 Meter von der Wohnbebauung entfernt. Das Gremium lege Wert darauf, dass die Grenzwerte von Schall und Lärm eingehalten werden, und man sprach sich dafür aus, nach Inbetriebnahme des Windparks nochmals an bestimmten Punkten Messungen vorzunehmen.

Zugleich war der Ortschaftsrat dafür, dass der Schattenwurf bei null Stunden liegt und nicht, wie vorgesehen, bei acht Stunden. Wie die Reinsbronner Kollegen, so erachtet auch der Frauentaler Ortschaftsrat einen effektiven Brandschutz für wichtig. Und man will die Ausgleichsmaßnahmen ebenfalls auf den von den Windrädern betroffenen Markungen haben.

Kritik wurde an der Verfahrensweise des Landes geübt, man vermisste eine frühzeitige Bürgerbeteiligung. Die Rede war von einer "Hau-Ruck-Methode", um das Projekt durchzuziehen.

Bei der Abstimmung über den Antrag zum Bau der Windräder ging es in Frauental knapp zu. Von den fünf anwesenden Ortschaftsräten stimmten zwei mit "Ja", zwei enthielten sich und ein Ortschaftsrat war dagegen. So stand unter dem Strich eine hauchdünne Mehrheit.

Als nächstes befasst sich am heutigen Montag der Freudenbacher Ortschaftsrat mit dem Projekt. Der Creglinger Gemeinderat wird dann am Dienstag, 28. Januar, über das Vorhaben beraten.

Der Windpark Klosterwald wird von den Firmen MVV Energie, Windenergie Baden-Württemberg (WEBW) und Wirthwein gemeinsam geplant. Die zehn Windräder verteilen sich wie folgt: Sieben gehören der WEBW, zwei der Firma Wirthwein und eines der MVV Energie aus Mannheim.

Wie exklusiv berichtet, soll - sofern die Genehmigung bis dahin erteilt ist - mit den Rodungen bereits im Februar begonnen werden.

© Fränkische Nachrichten, Montag, 20.01.2014                   
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