Rettet den Klosterwald

Leserbrief vom 01.02.2014

Leserbrief: Zur Windkraft-Debatte in Creglingen

Wie soll so die Zukunft bewältigt werden?

 

Von Alfred Sailer

 

Es wurde schon ein denkwürdiger Abend, zu dem Bürgermeister Hehn eingeladen hatte, zu einer Sondersitzung des Gemeinderates zum Thema: "Windkraft im Klosterwald". Mein Kompliment, sagten Sie gleich zu Beginn, dass keine Frage unbeantwortet bleibt, die Bürger stellen.

 

Das haben Sie auch gehalten, Sie und die Räte haben viel Zeit aufgewendet. Und die Fragen kamen und es stellte sich bald heraus, dass es noch viele Punkte gab, die noch einer Klärung bedürfen. Alles wurde notiert und zur Entscheidung an das Landratsamt Tauberbischofsheim geschickt - denn dort wäre die Zuständigkeit.

Die Grundsatzentscheidung "Ja oder Nein", musste vom Gremium an diesem Abend getroffen werden und brachte dann eine Entscheidung 10:9 mit "Ja". Bemerkenswert: War früher nur ein Stadtrat dagegen, waren es nun neun, mit Tendenz also steigend. Grund: Informationen waren es, welche die Meinungsänderung bewirkt haben. Ein Insider informierte mich noch, dass ein Rat heute Abend nicht da war, der mit absoluter Sicherheit mit "Nein" gestimmt hätte. Das Ergebnis ist so oder so nicht gut. Wie soll die Zukunft bewältigt werden bei 50:50?

 

Und Ärger ist berechtigt. Das Gutachten der Fachleute betreff Flora - Fauna ist falsch! Sämtliche geschützte Tierarten wohnen im Klosterwald, und damit ist der Bau von Windkraftanlagen von vornherein nicht möglich.

Meine Meinung: Der Abstand zum Hof Meder in Reinsbronn mit 700 Meter ist bei 200-Meter-Türmen absolut unzureichend. Der Infra-Schall ist für Tiere (und Menschen) gesundheitsschädigend. Der ehemalige Ortsvorsteher von Frauental hat die besondere Situation dargestellt. Dort stehen ja bereits Anlagen, jetzt sollen noch weitere Türme dazu kommen. Lebensqualität haben diese Bewohner nicht mehr. Auf Grund der Höhe der Türme müssen die Standort im Wald entsprechend ausgedünnt werden, sind deshalb über das gesamte Areal verstreut. Folge: Zehn Rodungsflächen und zehn Straßen, die zu den Standorten führen.

Die Fläche, die damit gerodet wird, ist daher nicht nur ein Prozent des Waldbestandes. Kann ein Wald überhaupt noch funktionieren, wenn er wie ein Kuchen in Teile aufgeschnitten wird? Wohin sollen die Tiere des Waldes?

Nicht nur ich bin der Meinung, dass es unter diesen Umständen der richtige Weg ist, im Klosterwald keine Windkraftanlagen zu bauen. Die Streitereien wären damit erledigt, die Region hätte wieder den Frieden und die Lebensqualität dazu. Ich bin nun gespannt, wie sich Herr Landrat Frank entscheidet.

© Fränkische Nachrichten, Samstag, 01.02.2014                   
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