Rettet den Klosterwald

FN vom 06.02.2014

Creglingen: Bürgerinitiative wurde gegründet

Klosterwald soll gerettet werden

 

 

 

Creglingen. Neun in Creglingen und in den umliegenden Dörfern wohnende Bürger haben sich am Montag getroffen, um eine Bürgerinitiative mit Sitz in Creglingen zu gründen, deren Ziel es ist, mit friedlichen und gewaltfreien Mitteln einen aus zehn Windindustrieanlagen bestehenden Windpark im Creglinger Klosterwald zu verhindern.

 

In einer Pressemitteilung schreibt die Initiative, dass die Windindustrieanlagen den Plänen zufolge zirka 200 m hoch werden sollen und damit höher seien als der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster oder der Kölner Dom.

Im Zuge der Umwandlung eines weitgehend jetzt noch intakten, naturbelassenen, seit Generationen von den Vorvätern liebevoll gepflegten und "in Ehren gehaltenen" Mischwalds in ein Windkraft-industriell geprägtes Gewerbegebiet an landschaftssensibler Stelle seien "schwere, irreparable und zu Lasten von Mensch und Natur sich auswirkende Beeinträchtigungen" in einer dann nahezu ausgeräumten Landschaft zu befürchten, die zur Zerstörung einer Jahrhunderte alten Kulturlandschaft führen, heißt es weiter.

 

Insbesondere den umliegenden Dörfern, aber auch dem Kernort selbst würde nach Einschätzung der Bürgerinitiative die Zukunftsfähigkeit genommen, wenn es zum Windkraft-Betrieb und den dadurch "zweifelsfrei verursachten Schad-Immissionen wie Lärm, Schattenschlag und Infraschall" käme, und damit zu viel zu vielen Nachteilen an einem Standort, der wegen jahresdurchschnittlich viel zu schwachem Windaufkommen völlig ungeeignet sei für dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb.

Die Gründungsmitglieder äußern schwere Kritik am Verhalten des Creglinger Bürgermeisters Hehn, dem sie einen Ausverkauf Creglinger Interessen vorwerfen, indem er sich "vor den Karren" einer - wie bereits in Bad Mergentheim und anderswo in Hohenlohe/Taubergrund - im politisch-wirtschaftlichen Umfeld agierenden Windkraft-Lobby spannen lasse. Die Bürgerinitiative gibt sich den Namen: "Rettet den Klosterwald" - Creglinger Bürger gegen Landschafts- und Naturzerstörung im Taubergrund. Als Vertreter fungieren: Eckehard Bach aus Frauental, Mario Baaz aus Niedersteinach, Robert Bergmann aus Freudenbach und Birgit Hain aus Creglingen.

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 06.02.2014                   
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