Rettet den Klosterwald

Grüne-Märchenerzähler

G r ü n e - M ä r c h e n - E r z ä h l e r:

„Das Märchen von der Wertschöpfung durch Windkraft vor Ort“

 

Creglingen, Bad Mergentheim, Weikersheim, Markelsheim, Boxberg:

Wegen Verlustbetrieb - K e i n e  Wertschöpfung durch Windkraft vor Ort !

 

(wm / 200914)  -  Windkraft-Befürworter führen oft die angeblich „vor Ort“, nämlich am geplanten WKA-Standort, anfallende Wertschöpfung als Argument bzw. als Vorteil für den Bau eines Windparks an. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich dies jedoch wie vieles, was von der Windkraft-Lobby kommt, als schnell sich in Luft auflösende Fata Morgana.

 

So werden die Arbeiten zum Bau der WKA nahezu ausnahmslos von Spezialfirmen  -  allein schon zur Aufrecht-erhaltung des besonderen Versicherungsschutzes  -  durchgeführt, die ihren Sitz im Umkreis der vor allem in den klassischen Windkraft-Bundesländern im Norden und Osten Deutschlands residierenden Windkraft-Konzerne haben. Dort sitzen Planer, Windkraft-Hersteller, Service-Leute, Monteure, Techniker und Mitarbeiter der Spezialkran-Firmen,  die i.d.R. sich (nur) für die Dauer der Bauzeit bzw. der Wartung in Pensionen in der Nähe der Baustelle niederlassen oder oft sogar ihren eigenen Wohnwagen mitbringen. Dort  -  und nicht etwa vor Ort im windschwachen BW  -  entsteht der Löwenanteil der Wertschöpfung durch WKA-Bau. Selbst beim Bau der Zuleitungen, Bau neuer Straßen und Feldwege bzw. bei Arbeiten zur Befestigung und Aufrüstung des vorhandenen Straßen- und Feldwegenetzes werden Firmen in den allermeisten Fällen „von außen“ beauftragt.

 

Für örtliche Handwerker fallen  -  wie an nahezu allen WKA-Standorten in Baden-Württemberg belegt  -  wenn überhaupt, nur „Brosamen“ ab. Bestes Beispiel hierfür ist die Beauftragung der Baufirma Max Bögl GmbH & CO KG, Neumarkt / Oberpfalz, die beim geplanten Bürgerwindpark in Kirchberg / Jagst neben allen Infrastruktur-maßnahmen von der Zuwegung bis zu den WKA-Fundamenten auch die 8 insgesamt 200 m hohen Rotor-Türme via Spezialkran errichten soll.

 

Auch dort und an vielen anderen Orten dürften die ortsansässigen Banken -  meist Volks- und Raiffeisen- / Genossenschaftsbanken bzw. Filialen der Kreissparkasse  -  (angesichts der bzgl. der Sicherheit des eingesetzten Kapitals relativ hohen Kreditausfall-Risiken) zum guten Glück der überwiegend lokalen Teilhaber / Genossen und Gewährsträger wie Landkreise etc.  -  kaum zum Zuge kommen. Ihnen bleiben damit die wegen relativer Windarmut im überwiegend windschwachen Binnenland  -  auch an vielen Stellen in Main Tauber und Hohenlohe  -  eintretenden Kreditausfall-Risiken erspart, die durch unrentablen Windkraft-Betrieb entstehen.  

 

„Wertschöpfung“ tritt ex definitione immer dann ein, wenn die Erträge größer sind als die Aufwendungen, d.h., wenn Gewinn entsteht.

 

Tatsächlich wird Gewinn = Gewerbeertrag aus Windkraft-Betrieb in den klassischen = windstarken Windkraft-Bundesländern im Norden und Osten Deutschlands (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, nördliche Teile von NRW und Hessen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) erzielt, dort kommt es jährlich zu stabilen Gewinn-Ausschüttungen / Verzinsungen und Gewerbesteuer-Einnahmen der Standort-Kommunen.

 

Alleiniger Grund ist das dort im Vergleich zum windarmen Südwesten  -  auch gegenüber dem vergleichsweise windarmen Heilbronner Land / Hohenlohe / Taubergrund  -  um ca. 2-3 Mal höhere Windaufkommen und dies ist auch der Hauptgrund, weshalb ca. 8 0 % der bisher rd. 25 000 bundesweit installierten WKA‘ s in diesen wind-starken Bundesländern konzentriert sind und eben nicht im relativ windarmen und daher für dauerhaft wirt-schaftlichen Windkraft-Betrieb völlig ungeeigneten Südwesten, denn: Auch „Gutmenschen“ blicken abends in ihren Geldbeutel und investieren i.d.R. dort, wo (bei Sicherheit ihres Kapitals) die größten Erträge erzielt werden …

 

Dagegen dümpeln von den bisher rd. 400 „im Ländle“ an den vermeintlich windgünstigsten Standorten auf der Schwäbischen Alb, auf den Höhenrücken des Nord- und Süd-Schwarzwalds oder in der Hohenloher Ebene installierten WKA‘ s die allermeisten davon bei oft wochenlang totaler Windstille im Stillstand oder bei nur „lauen Lüftchen“ im „Kriechgang“ vom ersten Tag ihrer Inbetriebnahme an nur noch trostlos vor sich hin, und bei ca. 80 % - 90 % davon kommt es zu jährlichen Betriebs-Verlusten, die das Anleger-Kapital aufzehren. Viele WKA-Betriebe im windschwachen Südwesten dürften mit weiter laufendem, zum Verzehr des Anleger-Kapitals führenden  Windkraft-Verlustbetrieb direkt und geradewegs auf die Insolvenz zusteuern …die Anleger sind die „Dummen…“

 

An den geplanten Windkraft-Standorten in Creglingen und Langenburg rechnen deren Bürgermeister nach ihren in öffentlichen Veranstaltungen gemachten Ausführungen mit keinerlei Gewerbsteuer-Einnahmen und der Langenburger Bürgermeister wartet seiner Aussage zufolge noch heute auf die „erste Mark“ an Gewerbesteuer-Einnahmen aus den dort in Betrieb befindlichen Windkraftanlagen, die seinerzeit von der Windkraft-Lobby vollmundig versprochen wurde.

 

In all diesen Fällen sind die Aufwendungen größer als die Erträge und die daraus sich jährlich ergebenden Verluste führen eben nicht zur Wertschöpfung, sondern zur Wertvernichtung zu Lasten der Anleger.

 

Die allermeisten der nur durch ein künstliches und von der Allgemeinheit über höhere Stromrechnungen zu bezahlendes Subventions-Strohfeuer entstandenen Arbeitsplätze sind längst wieder verschwunden und der weltweit führende Technologie-Konzern Robert Bosch hat unlängst seine Sparte „Regenerative Energie“ noch unter Zuschuß-Zahlung von mehreren Millionen € an die bereits mehrfach kurz vor der Insolvenz stehende Solarworld verschenkt. Diese wurde letztlich nur durch einen für die Anleger schmerzlichen Kapitalschnitt vor dem endgültigen „Aus“ bewahrt. Ein Großteil der ca. 3 000 Arbeitsplätze steht dort auf der Kippe und aktuell wird Wirtschafts-Informationen zufolge noch ein Käufer für das in der Tochtergesellschaft Rexroth (Lohr / Main) betriebene Geschäft mit Windstrom-Steuerungsanlagen gesucht.

 

Auch Siemens mußte in den letzten Jahren milliardenschwere Verluste bei „Windkraft“ verbuchen, in diesem Segment stehen Tausende Arbeitsplätze vor dem Abbau und mehrere „Gewinnwarnungen“ sind vor allem auch auf herbe Einbrüche im Windkraft-Segment zurückzuführen. Viele der vor allem im Norden ansässigen Windkraft-Projektierer, Service-Gesellschaften etc. haben einen Großteil ihrer Mitarbeiter wegen deutlich gesunkener Nachfrage nach Windkraftanlagen in eine schon länger andauernde 100 %-Kurzarbeit geschickt, deren Ende noch nicht abzusehen ist.

 

Viele Windkraft-Hersteller kämpfen um‘ s „nackte Überleben“ bzw. stehen kurz vor dem Ende: So hat „Fuhrländer“ bereits Insolvenz angemeldet, „Juwi“ in Rheinland-Pfalz droht wegen massiver Geschäftseinbrüche gemäß Wirtschafts-Presse wohl das gleiche Schicksal. Massiver Arbeitsplatzabbau ist die zwangsweise Folge. Viele Aktien der euphorisch im Segment „regenerative Energie“ vorschnell an die Börse gegangenen Unternehmen sind ins Bodenlose abgestützt und fristen im Cent-Bereich als „penny-stocks“ und „junk-bonds“ ihr Dasein als Zocker-papiere ohne Aussicht auf Besserung, Hunderte von Millionen an „verbranntem“ Anleger-Kapital hinterlassend…  

 

Der Windpark-Projektierer Windreich AG, Wolfschlugen, mußte im Herbst 2013 Insolvenz anmelden, nachdem er Fremd-Anleihen über ca. 360 Millionen € wegen Zahlungsunfähigkeit nicht mehr bedienen konnte. Mittlerweile ermittelt dort die Staatsanwaltschaft wegen Insolvenzverschleppung und Bilanzfälschungs-Delikten etc.... Der Getriebehersteller ZF Friedrichshafen und viele andere Mittelständler melden in der Sparte „Windkraft“ ebenfalls Millionenverluste. Viele haben sich bereits wieder aus dem Verlust-Segment „Windkraft“ zurückgezogen.

 

In letzter Zeit spektakulärster Fall von Kapital- / Wertvernichtung war Prokon AG, Itzehoe. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens verloren ca. 200 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz und rd. 74 000 gutgläubige, aber meist blau-äugige Kleinanleger müssen von ihren insgesamt dort angelegten 1,4 Milliarden € nach Angaben des Insolvenz-verwalters ca. 750 Millionen € durch „Windkraft“ verbrannte Gelder endgültig „in den Wind“ abschreiben.

 

Angesichts einer bisher schon realisierten, durch WKA-Zubau noch zunehmenden milliardenschweren Fehl-Allokation volkswirtschaftlicher Ressourcen überhaupt das Wort „Wertschöpfung“ durch Windkraft  -  von einer unkritischen, angesichts der komplexen Materie oft völlig überforderten Lokalpresse meist bedenkenlos nachgeplappert  -  in den Mund zu nehmen, zeigt einmal mehr die von der Windkraft-Lobby angestrebte Volksverdummung breiter Bevölkerungskreise, wenn es um die Durchsetzung von Profit-Interessen Einzelner zu Lasten der Allgemeinheit geht.

 

 

Walter Müller / Pressewart „Gegenwind Husarenhof“ (Besigheim / Ingersheim); v.i.S.d.P.; Ex.i.d.F.v. 20.9.2014

 

Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraft in Natur- und Kulturlandschaften e.V., Karlsruhe

 

Arbeitsgemeinschaft (Arge) baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen unsinnige Windkraft-Standorte in BW (Sektion Heilbronner Land / Hohenlohe / Taubergrund; Sektion VRS) / Berater der BI‘ s

 

 

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